Die Moschusente hat ihren Ursprung in Mittel- und Südamerika, wo sie in bewaldeten Regionen mit Flüssen, Seen, Sümpfen und Mangrovenwäldern beheimatet ist. Dort bewohnt die Wildform diese tropischen Feuchtgebiete und ist ein Standvogel. Bereits in präkolumbianischer Zeit wurde sie von indianischen Völkern domestiziert. Im Jahr 1514 gelangte die Moschusente durch spanische Seefahrer erstmals nach Europa, von wo aus sie sich rasch weltweit als Hausgeflügel verbreitete. Die domestizierte Form ist unter vielen Namen bekannt, darunter Warzenente, Flugente, Stummente oder Barbarie-Ente. Die in Europa freilebenden Tiere sind hauptsächlich von diesen Haustierformen abstammende Neozoen.
Aussehen und Merkmale
Die Moschusente ist eine relativ große Gründelente und weist einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus auf: Die Männchen (Erpel) sind deutlich größer und schwerer als die Weibchen. Ein Erpel kann eine Körperlänge von 66 bis 84 cm und ein Gewicht von bis zu 7 kg erreichen, während die Ente mit etwa 64 cm Länge und ca. 3 kg Gewicht wesentlich kleiner ist. Die Flügelspannweite der Männchen kann bis zu 1,20 Meter betragen.

Charakteristisch für die Moschusente, insbesondere für den Erpel, ist das unbefiederte Gesicht, das mit warzenartigen Wülsten, den sogenannten Karunkeln oder Warzen, bedeckt ist. Diese Hautpartien, die auch einen fleischigen Stirnhöcker über dem Schnabel bilden, sind auffällig rot oder schwarz gefärbt und verleihen der Art ihren Beinamen Warzenente. Die Wildform besitzt ein überwiegend dunkelgraues bis fast schwärzliches Gefieder, das in der Sonne metallisch, oft grünlich oder purpurn, schimmert. Die domestizierten Haustierformen sind jedoch in zahlreichen Farbvarianten, von Weiß über Blau bis zu gescheckten Mustern, verbreitet. Die Moschusente gehört zu den eher stillen Wasservögeln, was ihr auch den Namen Stummente eingebracht hat, da sie keine lauten Rufe, sondern höchstens ein leises Zischen von sich gibt.
Lebensweise und Fortpflanzung
Moschusenten sind gute Flieger und Kletterer. Die Nahrungssuche erfolgt bevorzugt in den frühen Morgen- und Abendstunden. Als Brutplätze nutzt die Moschusente in der Wildnis typischerweise Baumhöhlen oder alte Nester anderer Vögel, aber auch dichte Bodenvegetation.
Die Ente legt eine beträchtliche Anzahl von Eiern, wobei Gelege von 8 bis zu 21 Eiern vorkommen können. Die Brutdauer ist mit etwa 35 Tagen länger als bei den meisten anderen Entenarten. Die Brut und die anschließende Aufzucht der Jungen werden ausschließlich vom Weibchen übernommen. Die geschlüpften Küken sind Nestflüchter und verlassen das Nest unmittelbar nach dem Schlüpfen mit einem Sprung in die Tiefe. Die Moschusente geht außerhalb der Brutzeit paarweise oder in kleinen Gruppen auf Nahrungssuche.
Ernährung und Wirtschaftliche Bedeutung
Die Moschusente ist ein vielseitiger Allesfresser. Ihr Speiseplan umfasst pflanzliche Kost wie Gräser, Wasserpflanzen, Samen und Baumfrüchte. Sie gründelt im Flachwasser nach Nahrung und sucht auch an Land. Insbesondere in der Brutzeit oder wenn der Nährstoffbedarf hoch ist, wird die Nahrung durch tierische Komponenten ergänzt, zu denen Insekten, Würmer, Schnecken, kleine Reptilien und Fische zählen.
Die domestizierte Haus-Moschusente ist vor allem aufgrund ihres schmackhaften Fleisches von wirtschaftlicher Bedeutung. Das Fleisch gilt als zart und saftig mit einem erkennbaren Wildgeschmack und weist im Vergleich zu nordischen Entenrassen einen höheren Fleisch- und geringeren Fettanteil auf. Die Enten werden auch zur Eierproduktion gehalten und wurden früher wegen ihrer Eigenschaft, Insekten zu vertilgen, geschätzt.

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