Die Schwanzmeise, die in Europa, Asien und Japan beheimatet ist, zählt zu den auffälligsten und lebhaftesten Singvögeln unserer heimischen Fauna. Trotz ihres Namens gehört sie nicht zur Familie der Echten Meisen (Paridae), sondern bildet eine eigene Familie (Aegithalidae). Dieser zarte, fast kugelrunde Vogel besticht durch sein geselliges Wesen und sein unverkennbares Aussehen, bei dem der Schwanz mehr als die Hälfte seiner Gesamtlänge ausmacht. Stets in Bewegung,
Unverwechselbares Aussehen und Merkmale
Die Schwanzmeise ist ein kleiner, leichter Vogel mit einer Gesamtlänge von etwa 13 bis 16 Zentimetern, wovon der extrem lange, gestufte Schwanz bis zu zehn Zentimeter lang sein kann – ein einzigartiges Merkmal, das dem Vogel seinen Namen gibt. Der Körper wirkt rundlich und aufgeplustert.
Das Gefieder ist überwiegend schwarz, weiß und rosa gefärbt. Der Mantel ist schwarz, die Schulterfedern sind auffällig rosa gefärbt, und die Unterseite ist hell, oft mit einer zarten rosabräunlichen Tönung an den Flanken. Der Kopf ist weiß, wobei die in Mitteleuropa häufige Unterart (europaeus) einen breiten schwarzen Streifen über den Augen, wie überdimensionale Augenbrauen, aufweist. Bei den nordischen Unterarten kann der Kopf hingegen vollständig weiß sein. Der Schnabel ist sehr kurz, fein und schwarz. Der lange Schwanz dient dem Vogel als wichtiger Balancierhilfe bei seinen akrobatischen Klettermanövern.
Lebensraum und Sozialverhalten
Die Schwanzmeise ist ein Vogel des Unterholzes und bevorzugt strukturreiche Lebensräume mit dichtem Gebüsch und reichlich Vegetation. Man findet sie in Laub- und Mischwäldern, an Waldrändern, in Heckenlandschaften, aber auch in Parks, auf Friedhöfen und in verwilderten Gärten. Wichtig ist ihr ein Mosaik aus bewaldeten, buschigen und offenen Flächen, oft in Gewässernähe.
Sie zählt meist zu den Standvögeln oder Strichvögeln, was bedeutet, dass sie das Brutgebiet im Winter nicht verlässt, sondern lediglich in kleineren Trupps umherstreift, um Nahrung zu suchen. Das Sozialverhalten ist sehr ausgeprägt: Außerhalb der Brutzeit ziehen Schwanzmeisen fast immer in Schwärmen von bis zu 30 Individuen umher. Besonders in kalten Winternächten kuscheln sich die Vögel in sogenannten Schlafgemeinschaften eng aneinander, um sich gegenseitig zu wärmen.
Ernährung und Nahrungssuche
Die Schwanzmeise ist in erster Linie ein Insektenfresser. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus kleinen Insekten, Spinnen sowie deren Larven und Eiern. Besonders Schmetterlingsraupen, Blattläuse und kleine Käfer werden von Blättern und Zweigen abgesammelt.
Dank ihres geringen Gewichts und ihres langen Schwanzes, der zum Balancieren genutzt wird, ist sie ein geschickter Kletterkünstler. Sie hangelt sich sogar kopfüber an den dünnsten Zweigspitzen entlang, um Nahrung zu finden, die für größere Vögel unerreichbar ist. In den kälteren Monaten, wenn Insekten Mangelware sind, ergänzt sie ihren Speiseplan mit pflanzlicher Kost wie kleinen Samen, Knospen und Beeren. Im Winter besuchen Schwanzmeisen mitunter auch Futterstellen, wo sie besonders Fettfutter und Erdnüsse annehmen.
Fortpflanzung und Nestbau
Die Schwanzmeise führt in der Regel eine monogame Saisonehe. Die Brutzeit liegt zwischen März und Juni, wobei sie meist eine Jahresbrut aufzieht. Das Nest der Schwanzmeise ist ein architektonisches Meisterwerk und unverwechselbar.
Beide Partner bauen über einen Zeitraum von etwa drei bis vier Wochen eine geschlossene, eiförmige Kugel mit einem seitlichen Eingangsloch. Als Baumaterial dienen Moos, Flechten und Spinnweben, die kunstvoll mit der Rinde des Baumes getarnt werden. Das Innere wird mit einer großen Menge von bis zu 2.000 kleinen Federn weich ausgepolstert. Das Nest wird gut versteckt im dichten Unterholz, in Astgabeln von Bäumen oder in hohen Sträuchern errichtet. Ein Gelege umfasst meist 8 bis 12 Eier, die das Weibchen etwa 14 Tage lang bebrütet. Die Besonderheit im Brutverhalten liegt in der kooperativen Aufzucht: Nicht selten helfen auch nicht erfolgreiche Verwandte oder Jungvögel aus einer früheren Brut bei der Fütterung der Nesthocker mit, was den Bruterfolg der sozialen Vögel sichert.

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